Wettbewerb 2003

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Neues Museum Berlin – Ägyptisches Museum, Museum für Vor- und Frühgeschichte

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Neues Museum Berlin – Ägyptisches Museum, Museum für Vor- und Frühgeschichte (Wettbewerb 2003)

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Baumaßnahmen der Staatlichen Museen zu Berlin- Preußischer Kulturbesitz
Wiederaufbau Neues Museum Berlin
Ausstellungsplanung im Rahmen der Erstausstattung für das Neue Museum


Die Leitidee der Ausstellungsgestaltung macht den Besucher zum Entdecker. Zum Entdecker der vielen reizvollen Exponate und zum Entdecker des besonderen Ortes. Der hohe ästhetische Reiz der beschädigten historischen Räume des Neuen Museums zeigt sich in den Überresten eines einmaligen museografischen Gesamtkunstwerks. Die Exponate und der Ort vermitteln und erzählen dem Museumsbesucher Geschichte und Geschichten aus über 5000 Jahren Kulturgeschichte.

Räume in größtmöglicher Harmonie

Die Ausstellungsgestaltung schafft behutsam den Raum für die Exponate ohne in Konkurrenz mit der Architektur zu treten. Raum für die Präsentation der Exponate, Raum für die emotionale Wirkung der Exponate, Raum für Informationen zu den Exponaten und nicht zuletzt einen Raum, der die Exponate schützt und konserviert.

Gegen die Monotonie

Die Ausstellungsgestaltung schafft eine Dramaturgie, sie sorgt für Abwechslung, sie betont, sie verdeckt und sie hebt bestimmte Exponate hervor – sie respektiert aber immer die Besonderheiten des  Exponates und des Ortes. Die Gestaltung schafft ein Beziehungsgeflecht zwischen Besucher, Exponat und Ort.

Die Begegnung mit dem Exponat

Durch ein bewußtes Verdecken bietet sich dem Besucher die Möglichkeit, den Raum und die Exponate aus immer neuen Perspektiven zu entdecken – ein Vorankommen im Raum und in der Erkenntnis. Die strukturierende Ausstellungsgestaltung dient der Orientierung, sie schafft Überblick und erhöht die Aufmerksamkeit. Dem Museumsbesucher werden verschiedene Zugänge zu den Exponaten ermöglicht. Auf den ersten Blick kann er sich ausgewählten Stücken widmen oder sich bei genauerer Betrachtung in den einzelnen Sammlungsbeständen vertiefen.

Die Kabinett-Vitrine – Die vertikale Lösung

Betonen – Verdecken – Präsentieren – Informieren
Diese vier Begriffe umschreiben die Idee der Kabinett-Vitrine. Auf der geschlossenen Kopfseite der Vitrine befindet sich in der Vertikalen ein schlanker multifunktionaler Korpus. Im Inneren kann hier die Lichttechnik z.B. Glasfaser und die Klimatechnik untergebracht werden. Dieser Korpus bietet außen besonderen Exponaten und Informationen Raum. Die schmale Seite kann für die Beschriftung der Exponate genutzt werden. Der Korpus kann sich in seiner Farbigkeit den Originalfarben der historischen Räume anpassen oder in den neuen Bauteilen dort verwendete Materialien und Farben aufnehmen. Die normalerweise in der Vertikalen untergebrachte Lichtdecke und der Boden der Vitrine entfallen.
 
Statt im gleichmäßigen Rhythmus wie früher die Kabinette abzuschreiten entstehen vielfältige Rhythmen, die sich aus der Art der Präsentation und den vorgefundenen Räumen definieren.

Erst aus der Perspektive auf die Längsseite entdeckt der Besucher die Exponate der Vitrine. Die Kabinett-Vitrine wirkt transparent und unaufdringlich. Im Bereich der Mikroarchitektur zur Präsentation der Exponate gibt es unterschiedliche Ausstattungsvarianten mit Glasböden, Podesten und mit Rückwänden. Auch Pultvitrinen sind in gleichem Entwurf umzusetzen. Als Modulsystem lassen sich Vitrinen vereinheitlichen aber auch den Exponaten und den räumlichen Gegebenheiten anpassen.

Die Archäologische Landschaft – Die horizontale Lösung

Sockel – Pultvitrine – Hochvitrine
Dieses Trivium des Ausstellens verschmilzt zu einer Einheit. Nicht einzelne Vitrinenkörper möblieren den Raum – sondern eine Landschaft die es zu erwandern und zu entdecken gilt. Auch hier wird die klassische Kabinett-Präsentation in eine zeitgemäße Ausstellungsarchitektur überführt. Die Vitrinenkörper und Tischflächen schweben im Raum, die Bodenfläche bleibt darunter sichtbar.

Vielschichtig lassen sich die Exponate darin präsentieren. Vertiefungen wechseln sich mit herauswachsenden Glaskörpern ab. Es lassen sich Themeninseln schaffen und größere Komplexe einer Sammlung als Einheit präsentieren. Vielfältige Sichtbeziehungen und Perspektiven führen zu einem wünschenswerten Wechsel. Der Besucher kann herausragende Exponate von Weitem betrachten oder ganz dicht eintauchen.

Licht- und Klimatechnik kann unsichtbar an jeden beliebigen Platz transportiert werden. Integrierte Sitzflächen, die durch Polster gekennzeichnet sind helfen dem Museumsbesucher gegen seine schweren Beine. Texte, Grafiken und Medien lassen sich gleichwohl in diese Ausstellungslandschaft integrieren.
Alles fließt! Panta Rhei.

Integration Historischer Raum und Ausstellungsnutzung

Wie in der Leitidee beschrieben, strebt die Ausstellungsgestaltung Räume in größtmöglicher Harmonie an.

Durch eine Reduktion der Materialien und Formen und einer großen Transparenz wird ein Forum für die Exponate geschaffen ohne mit der Architektur zu konkurrieren. Eine Anpassung bestimmter Ausstellungselemente an die originale Farbigkeit der Räume schafft Harmonie. Trotzdem sind die modernen Elemente eigenständig und imitieren nicht das Original.

Die Ausstellungsgestaltung respektiert die Gesamtwirkung der Räume. Grundrisse und Proportionen der Ausstellungselemente beziehen sich auf die Architektur Stülers.


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